Liebe Freunde
der Tigerente!
von Elly Grünspan
(Wittenberge, 30.09.2009) |
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Deutschland hat gewählt
– die hoffentlich rosige Zukunft unseres Landes
leuchtet nun also in schwarz-gelb. Herr Merkel und
Frau Westerwelle werden uns den Weg aus der Krise
zeigen, wollen uns zurückführen auf den
Wachstumspfad. Das Erfolgsrezept dafür lautet
mehr Netto vom Brutto und Arbeit muss sich wieder
lohnen. Dabei ist der sprunghafte Anstieg der FDP
schon interessant, war doch der liberalste Realpolitiker
der letzten Jahre ausgerechnet ein SPD-Mann –
Gerhard Schröder.
An seiner wilden Entschlos-senheit, lange Jahre
hinausgeschobene Reformen anzugehen, krankt die
SPD im Grunde bis heute. Hartz IV und Co. verzeiht
der Wähler den Sozialdemo-kraten nicht. Und
wählt dafür mehrheitlich die Parteien,
aus deren Feder solche Programme eigentlich eher
stammen. Verstehe noch einer den deutschen Michel.
Aber egal,
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Union und
FDP sind um die Herausforderungen der nächsten Jahre
nicht zu beneiden. Und die seit Ewigkeiten gespaltene linke
Parteienlandschaft kann aus der oppositionellen Verantwortungslosigkeit
heraus mal geschlossen alles kritisieren, was sie selbst
auch nicht besser hinkriegen würde. Nehmen wir, wie
es kommt...
Um nochmal auf die Tigerente von Janosch zurückzukommen,
kennen Sie ihre erste Geschichte „Oh, wie schön
ist Panama“? Die zwei Freunde Tiger (mit seiner gestreiften
Lieblingsente aus Holz) und Bär leben glücklich
in einem Häuschen in der Nähe eines Flusses, aus
dem der Bär eines Tages eine leere Holzkiste mit der
Aufschrift „Panama“ herausfischt. Er schnuppert
an der Kiste und sie riecht so wunderbar nach Bananen. Deshalb
beschließt er, dass Panama das Land seiner Träume
sei und erzählt seinem Freund Tiger phantasievoll,
dass Panama ein Ort ist, wo alles besser, größer
und schöner als Zuhause wäre und dass sie nun
in dieses Land reisen sollten. Am nächsten Tag machen
sich die beiden auf den Weg nach Panama. Zuerst fertigen
sie aus der Kiste einen Wegweiser und gehen in die gezeigte
Richtung. Während ihrer Reise treffen sie auf die verschiedensten
Tiere. Die meisten wissen nicht, wo Panama liegt, und einige
geben ihnen falsche Richtungsangaben. Die beiden Freunde
laufen durch diese Angaben im Kreis herum und kommen schließlich
wieder in ihrem alten Zuhause an. Da in der Zwischenzeit
ihr Haus verwittert ist, die Bäume und Sträucher
verwuchert, merken sie nicht, dass sie wieder in ihrem ursprünglichen
Zuhause angekommen sind. Vor ihrem Haus finden sie das Schild
mit der Aufschrift „Panama“ und glauben deshalb,
dass sie tatsächlich an ihrem Ziel angekommen seien.
Sie reparieren das Haus und sind glücklich, endlich
im Land ihrer Träume zu sein…Vermutlich fallen
Ihnen zu dieser Geschichte viele Gleichnisse aus dem alltäglichen
Leben ein. Vielleicht ja auch Wahlkampf und Politik oder
Wirtschaft und Börse.
Der „Horrormonat“ September ist vorbei. In diesem
Jahr gerieten aber nur die ins Gruseln, die sich –wie
ich- mit Put-Optionsscheinen auf eine endlich beginnende
Korrekturphase eingestellt hatten. Denn in der Spitze stieg
der Dax entgegen der historischen Gepflogenheit im abgelaufenen
Monat um gut 6%. Aber bei 5.750/60 lag bislang immer wieder
ein Deckel drauf, und so setzten zum Monatsende nun doch
die ersten Gewinnmitnahmen ein, nur kurz unterbrochen von
der Wahlparty unter den Investoren am Montag nach dem Urnengang.
Die angeschlagene Charttechnik läßt dann auch
im Oktober erstmal eine Fortsetzung der Konsolidierung vermuten,
zumal die letzten Konjunkturdaten klar zeigten, dass die
Krise doch nicht so einfach im Eilzugtempo zu überwinden
ist. Ich mag heute keine Prognose abgeben, ob dieses Börsenjahr
mit einem Plus oder Minus im Dax enden wird. Gestartet sind
wir zu Erinnerung bei 4.856 Punkten und lagen im Tief bei
3.588. Übrigens, wer hat gemerkt, dass sich der TecDax
seit seinem Jahrestief schon fast verdoppelt hatte? Zum
einen steckt also überall noch gutes Korrekturpotential
drin, zum anderen ist der Aufschwung irgendwie an vielen
vorbeigegangen, die zum Jahresende auch nicht mit leeren
Händen dastehen wollen. Vielleicht verzichtet man jetzt
lieber auf die 10%, die den Dax an die Untergrenze seines
Aufwärtstrendes seit März (etwa 5.000) oder an
das weit verbreitete Kursziel der derzeitigen Aufwärtsbewegung
(etwa 6.000) bringen könnten und wartet einfach mal
ab.
Auch beim Dollar wäre eine Konsolidierung angezeigt,
wenngleich fundamental kein Grund für Stärke zu
erkennen ist. Gold kämpft um die 1.000 und Öl
um die 70 Dollar. Nach oben geht (noch) nicht mehr, nach
unten auch nicht. Schauen wir, was der „Horrormonat“
Oktober dieses Jahr bringt und ob sich daraus der Grundstein
für eine Jahresendrally ergeben könnte.
Eure Elly Grünspan
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