Liebe Freunde von Wirtschaftsgenerälen!
von Elly Grünspan (Wittenberge, 31.10.2009)
Was haben Wirtschaft und Börse gemein mit Krieg und Terror? Sie meinen nichts? Muss ja. Wie sonst kann unser jugendlich - dynamischer und äußerst telegener CSU-Obama Karl-Theodor zu Guttenberg nach weniger als 9 Monaten Amtszeit als Wirtschaftsminister mal eben neuer Verteidigungsminister werden? Entweder ist er eine begabte „Allzweckwaffe“ oder so groß sind die Unterschiede zwischen beiden Ressorts wirklich nicht.
Wer die Schlacht um Arcandor, die Rettungsoffensive bei Opel und die Finanzmarkt-Attentäter der Hypo Real Estate`er - überlebt hat, der findet sich wohl auch am Hindukusch zurecht. Infanterie statt Inflation, Bomber statt Banker und Bin Laden statt Laden-schluss. Aber egal, denn wie heisst es doch so schön „…wie der Ball auch kommt, wie der SCHUSS auch fällt, der Theodor, der hält!“.
Wünschen wir ihm bestes Gelingen. Und dass der Stahlhelm allzeit fest auf der Gel-Frisur sitzt. Noch ein paar Anekdoten zum Thema Krieg und Börse? Schon Baron Rothschild wusste im 19. Jahrhundert „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ und hielt sich dafür extra Brieftauben, die ihm den Informationsvorsprung sicherten. Aus Sorge vor dem drohenden Golfkrieg nach dem Anschlag auf das World-Trade-Center am 11.09.2001 fiel die Börse über Monate und begann exakt mit den ersten Bombenangriffen der Allierten im März 2003 ihre rasante Aufwärtsralley, die bis ins Jahr 2007 reichte. Mit den Gewinnen aus den Shortpositionen, die die El-Kaida-Terroristen vor ihrem eigenen Anschlag eingegangen waren, ist ihr Netzwerk wohl noch auf Jahre durchfinanziert. Im James-Bond-Film „Casino Royale“ wird diese Form von Hightec-Terrorismus übrigens verarbeitet.
Deutschlands Elite-Konzern Daimler erzielt seine Gewinne nicht nur mit den weltbesten Autos sondern auch mit Raketenwerfern für Atom- und Streubomben. Und zum Schluß noch eine Börsenweisheit als schöne Überleitung „Der Kleinaktionär ist das Kanonenfutter des Börsenhandels“…
tja, und da war sie wohl wieder die „Putzfrauen-Hausse“: Als nach dem tollen -untypischen- September die Kurse augenscheinlich nur noch nach oben wollten, die Anlegermagazine überall Kaufkurse sahen und die Fachleute in den Interviews wieder Konjunkturoptimismus verbreiteten, da kippte die Börse plötzlich. Und wer hat es gewusst? Norbert Walter. Ich möchte es ja nicht zugeben, aber langsam mag ich ihn doch, den grau-melierten Chefökonom der Deutschbanker. Er mahnt also zur Vorsicht. Und 2010 wird es nochmal ganz böse kommen. Im Fernsehen liefen in den letzten Tagen ja einige Dokumentationen über den großen Crash vor 80 Jahren. 1929 gingen Politik und Bürger in den USA davon aus, dass eine Phase ewigen Wohlstands bevorstünde. Alle hatten Aktien gekauft, oft auf Kredit. Dann kam der 24.10. (der 25.10. in Europa) und vorbei war der Traum. Innerhalb einer Woche fielen die Kurse um 1/3, in 3 Wochen um die Hälfte. Jede Erholung danach blieb ein Strohfeuer, bis 1932 ging es um 90% nach unten. Vom Tellerwäscher zum Millionär geht auch umgekehrt. Erst 25 Jahre später erreichte der Dow seinen alten Höchststand wieder. Ok, von diesem Szenario sind wir derzeit (hoffentlich) ganz, ganz weit entfernt. Hubschrauber-Ben (Bernanke) sei Dank. Aber ich finde, der Blick in die Geschichte lehrt zu etwas Demut, wenn mal wieder die Gier das Hirn zu fressen droht.
Aber zurück ins Jahr 2009. Der Dax erreichte also im Oktober sein Jahreshoch bei 5.890 Punkten, um dann in einer Woche 500 Punkte abzustürzen. Nicht wirklich viel, wenn man den zurückgelegten Weg vom Jahrestief betrachtet. Somit auch nicht ganz überraschend, aber in seiner Heftigkeit dann doch ziemlich beeindruckend. Die Aufwärtsdynamik war in den Tagen zuvor schon sichtlich ins Stocken geraden. Auf gute Meldungen reagierten die Kurse kaum noch positiv, schlechte Neuigkeiten wurden dagegen höher gewichtet. Mit Dax, Dow, Nikkei und Co. sind die meisten Rohstoffe und der Euro zurückgefallen. Dabei wurden auch für Gold, Öl und Euro die Kursziele vor wenigen Tagen noch nach oben gesetzt. War das jetzt die Trendwende? Großes Schweigen. Wie schrieb die Woche jemand im Chat bei finanzen.net: Als alle von 6.200 geredet haben, hab ich nicht dran geglaubt. Jetzt sehen alle die große Korrektur kommen, da glaub ich an 6.200… Bleiben Sie schweinegrippefrei!


Eure Elly Grünspan